Wolfgang Wettstein gewinnt den Zürcher Krimipreis 2017

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit seinem packenden Krimi Feuertod am Sechseläuten hat Wolfgang Wettstein die Jury überzeugt.
An der stimmungsvollen Preisverleihung vom Donnerstag 22. März, hat er den, mit 3000 Franken dotierten Preis entgegen genommen.

Die Meinung der Jury zum Gewinnerkrimi:

Feuertod am Sechseläuten führt uns quer durch die Stadt Zürich. Man kann regelrecht vor sich sehen wie der Rechtsmediziner Max Noll, genannt Sokrates, zu Fuss vom Rindermarkt über den Neumarkt zum Pfauen, dann mit dem 9er und dem 6er an der Uni vorbei zum Zoo gelangt. Mit dem Fernsehstudio am Leutschenbach und einem Ausflug nach Erlenbach sind aber auch der Stadtrand und der Kanton Zürich vertreten. Volle Punktzahl für Lokalkolorit!
Im Krimi wird erst eine entstellte Leiche gefunden, später gehen anonyme Tonaufnahmen, die auf Entführungen deuten, bei der Journalistin Maria Noll, der Tochter von Sokrates ein. Was will der Absender damit bezwecken, weshalb gehen die Tonaufnahmen an eine Journalistin und nicht an die Polizei, weshalb gerade an diese Journalistin? Auch für Spannung ist also in diesem Krimi gesorgt.  Wolfgang Wettstein beschreibt die Arbeit der Spurensicherung und der Rechtsmedizin sehr detailliert – für manche manchmal fast etwas zu genau… Auch die Polizeiarbeit wird sehr realistisch beschrieben. Wir sind hier nicht in einem amerikanischen Fernseh-Serienkrimi, in dem Spezialisten die Lösung innerhalb von kürzester Zeit finden. Nein, Polizeiarbeit ist mühevolle Klein-, sogar Sisyphusarbeit. Immer wieder entstehen auch Verdachtsmomente, die sich später als unbegründet und falsch herausstellen, einmal sogar mit fatalen Folgen. Die Figuren sind sehr menschlich und sympathisch. Den Spleen des Rechtsmediziners Sokrates alles durchzuzählen, um so zu entscheiden, ob sein Tag gut oder schlecht wird, verzeiht man ihm, umso mehr als es ihm am fulminanten Ende des Buches beinahe an den Kragen geht. Seine Tochter Maria und ihr Kameramann Leo lieben es, Sex-Szenen aus der Literatur nachzuspielen. Ja. «Sex sells»… Aber auch eine Prise Kulinarik kommt nicht zu kurz. Sokrates kocht gut und gerne, beim Lesen des Buches also immer etwas zu knabbern zur Hand haben, die Lektüre macht auch hungrig. Ich sage nur «Lammbraten mit Ofenkartoffeln, Rosmarin und viel Knoblauch».

Ebenfalls nominiert waren:

Sunil Mann mit Gossenblues und Marcus Richmann mit Allmacht

 

 

 

 

 

 

 

 

Zum 10 Jahre Jubiläum des Zürcher Krimipreises wurde das Buch Mord: preisgekrönt präsentiert.
Zu beziehen unter info@krimipreis.ch oder im Buchhandel.

 

Züricher Krimipreis

Zehn Jahre heisses Pflaster in Zürich

Es wird gemordet, ermittelt und meistens auch gelöst – seit über zehn Jahren schon.
Geschichten um Politik, Religion, Sekten und Intrigen aller Art stehen im Fokus. Das alltägliche Leben mit all seinen Abgründen und Verstrickungen wird akribisch beschrieben. Beziehungsdramen, berufliche Rivalitäten, Neid und Missgunst in jeglicher Form, lassen nicht selten ganz „normale Menschen“ zum Möder oder zur Mörderin werden. Die Vielfalt der Plots in den über 150 Zürcher Kriminalromanen ist beeindruckend. So manchem ist bei der Lektüre der Atem gestockt und das Blut in den Adern erstarrt. Wer kennt ihn nicht, den Blick unters Bett oder hinter die Türe, wenn der gelesene Krimi plötzlich Einzug in den Alltag erhält. Auch 2017 wird sich die Jury wieder in das mörderische Treiben in der Stadt und dem Kanton Zürich vertiefen. Die aktuellen Krimis werden bereits unter die Lupe genommen.

Im Jubiläumsjahr wird es speziell spannend:
Zur Feier haben vier ehemalige Preisträger oder Nominierte gemeinsam einen Fortsetzungskrimi geschrieben. Das Buch „Mord Preisgekrönt“ erscheint im März 2018 in der Edition LEU.

Severin Schwendener   Res Perrot                  Sunil Mann               Rapahel Zehnder